Montezumas Rache :
Wenn von "Montezumas Rache" die Rede ist, wissen Globetrotter schon Bescheid: Der Reisedurchfall hat wieder ein Opfer gefunden. Doch der exotische Name trügt - man muss nicht unbedingt bis nach Mexiko reisen, um mit Verdauungsstörungen dieser Art Bekanntschaft zu machen. Auch in den nahegelegenen Urlaubsländern rund ums Mittelmeer kämpft ein Großteil der Touristen regelmäßig mit diesem Problem.
Oft reicht schon die Hitze, der Reisestress oder die ungewohnte Ernährung aus, um die Verdauung kräftig durcheinander zu bringen. Wer den Urlaub relaxt angeht und dem Körper Zeit lässt, sich an Klima und Verpflegung zu gewöhnen, kann einiges zur Vorbeugung tun. Auch Verzicht auf besonders "riskante" Lebensmittel wie Meeresfrüchte, Salate und Mayonnaisen sowie Eiswürfel in Getränken hilft dabei, Probleme zu vermeiden.
Ganz sicher kann man sich aber dennoch nie sein. Ein wirksames Durchfallmedikament gehört deshalb auch bei Mittelmeerreisen zur Standardausrüstung jeder Reiseapotheke. Der darin enthaltene Wirkstoff beruhigt den überaktiven Darm und lässt Durchfall schnell abklingen. Besonders praktisch für unterwegs sind Schmelzplättchen, die überall ohne Wasser eingenommen werden können. Damit ist man schnell wieder fit und kann jeden einzelnen der kostbaren Urlaubstage genießen.
Riskante Erfrischung ...
Exotische Mixgetränke sind an einem heißen Urlaubstag zwar eine köstliche Erfrischung, aber leider nicht ganz ohne Risiko. Das gilt besonders, wenn sie mit Leitungswasser aufgefüllt wurden oder Eiswürfel enthalten. Schnell bekommt man dann "Montezumas Rache" zu spüren, denn das Leitungswasser ist in südlichen Ländern meist nicht hygienisch einwandfrei und wird deshalb häufig zur Quelle für Reisedurchfall. Getränke nur aus Originalflaschen zu trinken und auf Eiswürfel zu verzichten, fällt vielleicht schwer, ist aber sinnvoll zur Vorbeugung. Mineralwasser zum Zähneputzen zu verwenden, kann ebenfalls helfen, Infektionen zu vermeiden. Falls es einen aber doch erwischt, muss nicht gleich der ganze Urlaub verdorben sein. Ein Durchfallmedikament hilft einem im Ernstfall schnell wieder auf die Beine. Der Wirkstoff normalisiert den überaktiven Darm und lässt den Durchfall schnell abklingen.
Wodurch entsteht Durchfall?
Bei normaler Verdauung sind Abgabe und Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen im Darm-Trakt im Gleichgewicht. Durchfall entsteht, wenn dieses Gleichgewicht gestört ist.
Eine solche Störung tritt auf, wenn die Zellen im Dünn- bzw. Dickdarm durch eine Entzündung gereizt werden. Meist sind Kolibakterien (Fäkalbakterien) oder Viren die Auslöser. In schweren Fällen sind es meist Typhus-, Cholera- bzw. Ruhr-Erreger.
Manche Mikroorganismen, die sich an die gereizte Darmschleimhaut anheften, setzen zusätzlich Giftstoffe frei. Dadurch können Nährstoffe und Flüssigkeiten nicht mehr aufgenommen werden. Es kommt zu häufigen, breiigen bis wässrigen Stuhlgängen.
Neben entzündlichen Darmerkrankungen können auch Nahrungsmittelallergien, übermäßiger Konsum von Diätzucker, Antibiotika oder nervöse Fehlsteuerungen der Darmbewegung Durchfall auslösen. Zusätzliche Risikofaktoren sind Alkohol, Koffein, Nikotin und Stress.
Wie reagiert Ihr Körper ?
Durch die gestörte Funktion der Darmzellen und die beschleunigte Darmpassage werden mit dem Stuhl größere Mengen Wasser und wichtige Mineralstoffe ausgeschieden. Diese Verluste wirken sich so aus: Der Körper reagiert mit Schwächegefühl, Schweißausbrüchen und Kreislaufstörungen. Manchmal führt eine Darminfektion auch zu Erbrechen und leicht erhöhter Körpertemperatur.
Oft entstehen bei Durchfall auch Gase im Darm, die Krämpfe und Blähungen, Völlegefühl, Spannungsgefühl und Schmerzen im Ober- bzw. Unterbauch verursachen.
Was tun, wenn es passiert ist ?
Eine einfache Durchfallerkrankung lässt sich mit einem geeigneten Mittel aus der Apotheke gut selbst behandeln.
Durch ein paar einfache Verhaltensregeln können Sie den Krankheitsverlauf zusätzlich positiv beeinflussen:
Flüssigkeit
Bei Durchfall ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Während und nach der Durchfallerkrankung deshalb möglichst viel trinken:
Z.B. leicht gesüßten Tee mit etwas Salz, Bouillon oder Mineralwasser - mindestens 3 Liter Flüssigkeit pro Tag sind nötig.
Eine spezielle Trinklösung kann man ganz einfach selbst herstellen. Dazu werden 1/2 Teelöffel Kochsalz, 10 Teelöffel Zucker und 1 Tasse Fruchtsaft in 1 Liter abgekochtes Wasser gegeben.
Spezialpräparate zum Ausgleich der Mineralstoffverluste (sog. Elektrolytpräparate) sind in der Apotheke erhältlich.
Schonkost
In den ersten Tagen der Erkrankung und nach dem Durchfall sollten Sie auf fette, blähende oder stark zitrushaltige Speisen verzichten. Auch bei starken Durchfällen dürfen Sie essen, wobei Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim empfehlenswert ist. Auch Äpfel sind geeignet. Sie sollten nur wenig Milch zu sich nehmen. Sobald Sie wieder Appetit verspüren, können Sie bedenkenlos normale Kost zu sich nehmen.
Fasten
Fasten ist sinnlos, da es keine Entlastung für den Darm-Trakt darstellt. Eine "darmschonende" Diät ist jedoch zu empfehlen.
Nicht empfehlenswert :
Hausmittel wie Cola und Salzstangen sind nicht optimal und bei Kleinkindern nicht geeignet. Der hohe Zuckeranteil in Cola bekommt weder dem gequälten Darm noch dem ganzen Organismus.
Empfehlenswert ist ein Durchfallmittel aus der Apotheke. Bei Kindern sollte man zusätzlich an eine Elektrolyt-Lösung denken.
Während der Behandlungsdauer sollten Sie auf Milch, Milchprodukte, Schwarz- und Vollkornbrot, frisches Hefegebäck, Geröstetes, Pikantes, Rohkost, Porree, Gurken, Kartoffelbrei, Zucker, Marmelade, Erdbeeren, Pfirsiche, Lauch, Pflaumen, Koffein, Nikotin und Konserven verzichten.
Hygiene :
Achten Sie während der Erkrankung auf gute Hand- und Lebensmittelhygiene. So verhindern Sie das Risiko weiterer Ansteckungen.
Generelles :
Lebensmittel, die Salmonellen enthalten können (Geflügel, Wild, Fisch) sollten Sie im Kühlschrank aufbewahren.
Speisen mit rohen Eiern und auch Hackfleisch sollten immer am selben Tag verbraucht werden.
Fleisch sollten Sie immer gut durchbraten.
Was kann ich essen, wenn ich Durchfall habe?
In den ersten Tagen der Erkrankung und nach dem Durchfall sollten Sie auf fette, blähende oder stark zitrushaltige Speisen verzichten. Auch bei starken Durchfällen dürfen Sie essen, wobei Schonkost wie Zwieback oder Haferschleim empfehlenswert ist. Auch Äpfel sind geeignet. Sie sollten nur wenig Milch zu sich nehmen. Sobald Sie wieder Appetit verspüren, können Sie bedenkenlos normale Kost zu sich nehmen.
Wann muss ich zum Arzt gehen?
Bei schweren Durchfall-Erkrankungen oder wenn der Durchfall länger als zwei Tage andauert, sollte man auf eine weitere Selbstmedikation verzichten und einen Arzt aufsuchen. Auch Durchfall-Symptome nach einer Fernreise und Begleitsymptome wie Blut im Stuhl, Fieber oder Schmerzen sollten medizinisch abgeklärt werden. Unbedingt erforderlich ist der Gang zum Arzt auch, wenn Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen oder chronisch Kranke an Durchfall erkranken.
Wie kann ich im Ausland Durchfall vorbeugen?
Hier kann die alte englische Kolonialweisheit als Faustformel dienen: "Boil it, cook it, peel it or leave it!". Also: Kochen Sie Wasser ab und erhitzen Sie Nahrungsmittel ausreichend. Schälen Sie Obst und Gemüse oder verzichten Sie darauf.
Wie lange soll ich ein Durchfallmittel einnehmen?
Maximal drei bis vier Tage. Ein loperamidhaltiges Mittel höchstens 2 Tage. Ist danach keine Besserung zu verzeichnen, suchen Sie bitte einen Arzt auf.
Ob auf Reisen, in der Freizeit oder im Beruf - Mobilität und Flexibilität werden heute großgeschrieben. Und Durchfall kann ein aktives Leben empfindlich stören. So sind die Anforderungen an ein modernes Durchfallmedikament hoch: Schnelle Linderung der Beschwerden, gute und gezielte Wirkung sowie eine praktische Einnahmeform stehen ganz oben.
Erzeugt Stress Durchfall?
Stress im Alltag ruft bei manchen Menschen Durchfall hervor. Der Wirkstoff Loperamid lindert auch dann die Beschwerden und verhindert eine Minderung der Lebensqualität.
Was ist Reise-Diarrhoe?
Reisedurchfall ist die auf Fernreisen am häufigsten auftretende Krankheit, aber auch der Mittelmeerurlauber ist oft betroffen. Die Ursachen sind fast ausschließlich Darminfektionen. Fremde Erreger, an die der Körper nicht gewöhnt ist, sind die Verursacher des Durchfalls. Treten keine weiteren Symptome auf, kann der Durchfall mit ImodiumŪ akut behandelt werden.
Wie kann ich im Ausland Durchfall vorbeugen?
Da unsaubere Lebensmittel und Trinkwasser fast immer die Ursache einer Diarrhoe sind, sollten Sie in Risikogebieten folgende Vorkehrungen treffen: "Boil it, cook it, peel it or leave it!". Also: Kochen Sie Wasser ab und erhitzen Sie Nahrungsmittel ausreichend. Schälen Sie Obst und Gemüse oder verzichten Sie darauf. Achten Sie auf gute Hand- und Lebensmittelhygiene.
In welchen Ländern ist man besonders durchfallgefährdet?
Das Risiko einer Durchfallerkrankung ist je nach Reiseziel und Reisezeit unterschiedlich hoch. Man unterscheidet drei Risikostufen:
- Gering (Nordamerika, Nord- und Zentraleuropa, Australien, Neuseeland und Japan)
- Mittelhoch (europäische Mittelmeerländer, pazifische Inseln, Israel, Argentinien und Südafrika)
- Hoch (Nordafrika, indischer Subkontinent, Süd- und Mittelamerika, generell Entwicklungsländer)
Woran erkenne ich Typhus, Cholera oder Malaria Tropicana?
Typhus, Cholera und die gastrointestinale Malaria Tropicana beginnen mit Durchfall-Symptomen. Tritt gleichzeitig Fieber auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um schwerwiegende Fehlinterpretationen des Krankheitsbildes auszuschließen. Beugen Sie Durchfallerkrankungen, die durch Infektionen verursacht werden können, mit entsprechenden Impfungen vor bzw. führen Sie eine Malariaprophylaxe durch.
Wenn Sie gewisse Verhaltensregeln bei der Ernährung beherzigen, kann die Gefahr aufgrund falscher Speisen und Getränke Durchfall zu bekommen, gering gehalten werden.
Brüh' es, koch' es, schäl' es oder vergiss es!
- Essen Sie keine rohen Speisen, wie z.B. Salate. Obst und Gemüse sollten Sie vor dem Verzehr schälen.
- Lassen Sie sehr ölige und fettige Speisen besser stehen.
- Achten Sie bei Fleisch- und Fischgerichten auf Frische und Garheit. Das Essen sollte dampfend heiß serviert werden.
- Trinken Sie kein Leitungswasser und vermeiden Sie Eiswürfel in den Getränken. Können Sie unterwegs nicht auf Leitungswasser verzichten, kochen Sie es ab oder entkeimen Sie es.
- Verzichten Sie auf Milchprodukte.
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